die parabel vom hirsch

entgegen der träume, die in den weiden wogten, setzte sich der hirsch auf das ufer seiner gewohnheiten, er blickte in das wasser und erkannte sich selbst nicht. er war eine parabel seiner selbst geworden. wer sich selbst nicht erkennt, der ist weise, wer erkennt, dass er sich beim versuch sich selbst zu erkennen, nicht erkennt, weil er unkenntlich gemacht worden ist, in einer art und weise, die einen verrückt machen könnte, spinnten einen nicht sacht die anderen menschen in ihre persönlichen storys und geld verdienen muss man ja auch.

keiner sah sich selbst und jeder ging seines weges. der hirsch jedoch fand gras und weidete sich daran. der hirsch war ruhig und kaute vor sich hin, der himmel blau wie eh und je. ein vogel landete neben ihm und flog davon, auch dieser erkannte nicht den ernst der situation und des versterbens. leben am leben vorbei bedeutet immer auch in es hineinzuleben, und mitten in es hineinzuleben bedeutet es zu vergessen. jeder augenblick ist mein zirkelschluss, in dem ich von mir selbst auf andere auf mich zurück schließe um dann in den äther zu gehen, in dem attribute einfach verdampfen.

literarisch betrachtet, dachte der hirsch, sollte ich wieder einkehren in den grund aus dem ich entstieg, aber ich bin ungründlich genug, um den boden mit meinen hufen zu verfehlen, und vielleicht sogar zu stolpern. ich werde weiter weiden, weiter essen werde ich und in den himmel sehen, an dessen oberfläche die vögel in den süden ziehen müssen. der hirsch kaute genüsslich und senkte seinen kopf abermals in das gebüsch um weiter zu grasen.

wunder ist das jetztsein, schiesst es ihm durch den kopf, wie kann es sein, dass ich mich beschwere denkt er, und blickt wieder auf, um den büschel zu zerkauen, um auf einen kurzen augenblick der stille hin seinen kopf abermals zu senken. ist das leben ein kreislauf fragt er sich, dem ich entkommen muss, wie ein kind, dem auf dem karussell schwindlig wird oder eher wie der falke, der nach dem kreisen auf die beute stürzt? keine antwort kräuselt sich auf dem wasser, und im geist, und die ratlosigkeit macht sich breit, nichtwissen basisinventar des daseins.

kreise die nichts von sich wissen, sind parabeln, deren auflösung sich selbst auflöst. ich wundere mich nicht über den schmerz, denkt der hirsch, hier geht doch das meiste seinen gang und dieser gang schaut nicht links nichts rechts. wundern ist ein luxus gegen das hausieren an den schatten seiner mauern. wundern ist der horror im kleinen gebadet zu sein, und das gigantische lauert im dickicht hinten. Wundern ist das heu, das niemals vom feld genommen wird, der irrtum im verottungsprozess.

und es ging seinen gang und der gang sieht nicht links nicht rechts, die vögel ziehen nicht nach süden, sondern auch nach norden und damit unwissentlich zirkelschlüsse. der hamster kehrt nicht zurück aus dem käfig, sondern der rest seiner zeit wird von stäben umhüllt sein müssen. der fisch träumt nicht vom land, dass er niemals bewohnen können wird, selbst wenn er es denken können wollte. der computer spuckt keine zahlen aus ohne befehl, ohne kommandant. warum können wir uns mit kreisen nicht abfinden denkt der hirsch und kaut und bekommt durst.

er geht an das wasser um zu trinken, das wasser ebenso blau wie der himmel über ihm. es kräuselt sich. ein traum geht zu ende, ein anderer anfang wird übernehmen, der schon zu ende geht, ehe er er so richtig anfang fand. traumhaft, denkt der hirsch und schlürft sein vergessen. es muss so enden, denkt der hirsch und weiss nicht, was er damit eigentlich denken will.

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