Das Zeitliche

Die Zeit ist im Vergehen unerbittlich. Sie schenkt keine Wiederholungen, auch wenn wir es hoffen und es uns manchmal einbilden. Die Zeit treibt uns voran, wir finden in ihr keinen Platz zum Ausruhen, allzubald weckt sie, flüstert uns Zwecke und Ziele ein, denen wir in nicht enden wollenden Träumen folgen müssen, in einem unendlichen Wechsel aus Zu- und Abneigung aus fünftausend Billionen Dingen, die uns zustoßen können. Und der große Witz ist doch, dass wir unser Leben für real halten, unsere Träume aber nicht, obwohl wir im Traum nicht erkennen, dass der Traum nicht real ist und dieses Nicht-Erkennen und Nicht-Wissen nur auf die Ebene des Wachseins verlagern und deshalb glauben, dass dieses real sei. Wir kennen den Grund dafür nicht, wir tun es einfach. Und so fangen wir an zu kommunizieren, zu lieben und zu streiten, während wir nicht wissen können, welches Nicht-Wissen das Gegenüber nun denn gerade reitet und ihn zu diesen Gedanken, zu dieser Rede und zu dieser Handlung treibt. Wir verlassen unser Gegenüber wieder und sind nicht aus ihm klug geworden. Wir vergessen ihn einfach, wir wissen, dass es egal ist, dass es im Grunde nur darum geht, die Zeit so zu füllen, dass wir uns selber zweckgemäß erscheinen. Dieses Prinzip habe ich eigentlich aufgegeben, habe aber keinen Ersatz dafür gefunden und so bin ich als Treibholz in den Ozean geraten.

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