Maslow über Einsamkeit

„Um meine Überzeugung zu belegen, daß wir die Unterscheidung zwischen Selbst und Nicht-Selbst bewahren müssen, um die voll ausgereifte (authentische, selbstverwirklichende, individuierte, produktive, gesunde) Person zu verstehen, möchte ich die Aufmerksamkeit auf folgende sehr kurze Überlegungen lenken.

1. Ich erwähne einige Untersuchungsmaterialien, die ich einer Arbeit aus dem Jahr 1951, Resistance to Acculturation, dargelegt habe. Ich berichtete, daß meine gesunden Versuchspersonen an der Oberfläche Konventionen akzeptierten, doch sie privat lässig, flüchtig und distanziert behandelten. Das heißt, sie verwendeten sie oder ließen sie nach Belieben außer acht. Bei praktisch allen von ihnen fand ich eine ziemlich ruhige Ablehnung der Stupiditäten und Unvollkommenheiten der Kultur, zusammen mit einer größeren oder kleineren Anstrengung, sie zu bessern. Sie zeigten definitiv eine Fähigkeit, sie zu bekämpfen, wenn sie es für erforderlich erachteten. Um aus dieser Arbeit zu zitieren: „Die verschiedene Zusammensetzung von Zuneigung oder Billigung, Feindseligkeit und Kritik zeigte, daß sie von der amerikanischen Kultur das nehmen, was nach ihrer Ansicht darin gut ist, und ablehnen, was ihrer Meinung nach schlecht ist. Mit einem Wort, sie schätzen sie ein, beurteilen sie (nach ihren eigenen inneren Kriterien) und treffen dann ihre eigenen Entscheidungen“
Sie zeigten auch ein überraschendes Ausmaß an Distanz von den Menschen im allgemeinen und eine starke Vorliebe für Privatheit, sogar ein Bedürfnis danach.
„Aus diesen und anderen Gründen kann man sie autonom nennen, d.h. mehr von den Gesetzen ihres eigenen Charakters regiert als von den Regeln der Gesellschaft (soweit die beiden sich unterscheiden). In diesem Sinne sind sie nicht nur oder bloß Amerikaner, sondern auch freie Mitglieder der Spezies Mensch.“ Ich habe dann die Hypothese aufgestellt, daß diese Menschen einen weniger „nationalen Charakter“ haben sollten. „Vielmehr sollten sie über die kulturellen Grenzen hinweg einander ähnlich sein, als daß sie den weniger entwickelten Mitgliedern ihrer eigenen Kultur ähnlich sind.“
Der Punkt, den ich hier betonen möchte, ist die Distanziertheit, die Unabhängigkeit, der Selbstbestimmungs-Charakter dieser Menschen, die Tendenz, leitende Werte, nach denen man leben kann, im Inneren zu suchen.“

aus: Psychologie des Seins, 1988. S. 180.

3 Kommentare

  1. Wem gehört das Ei ?! – Autsch!!! – Aua!
    Man kann einen Hasen sicher an seinen Ohren packen, – wenn man gewillt ist ihn zu fangen, – auf nicht respektvoller Weise. Nur so kann er dich nicht verletzen. Aber was willst du mit IHM, dem Hasen, machen, wenn du IHN gefangen hast?!
    Wer „glaubt“ sucht noch; und wer „gefunden“, ja die Wahrheit gefangen hält, darf sich [nicht] umsonst wundern wenn er in seinem „eigenen Ego-Wahn“ in allem sich Selbst bestätigt findet. – Warum?
    Nun, weil die Unterscheidung, – Was war zuerst: Huhn oder Ei? – ausschliesslich ein „Denkproblem,“ in einem ausschliesslich ich-bezogenen Hirn sich stellt. Und –
    Die Weisheit im Herzen, das Herz aller Wesen vor nichts zurück schreckt. – Und unaufhaltsam sich als DAS, die Liebe, sich Selbst bejahend, in allem und jedem erkennt und nur hierin Zwiesprache erfährt.

    Der Fuchs im Hühnerstall nimmt was er kriegen kann; er kommt sicherlich nicht mit einem „Osterkörbchen“ um seine Jungen später Zuhause mit bemalten „Ostereiern“ oder sogar mit einem Huhn was goldene Eier legt zu erfreuen.
    „Ich“ weis um den „Fuchs“; kenne aber auch den „Osterhasen“ und um sein Verstecken von bemalten Eiern. – Und ich weis und kenne die Freude der Kinder, die wenn sie die Eier finden, alle Schuld und alles Leiden vergessen. – Was war zuerst? – Opfer oder Täter? – Keiner von „Beiden“, – Hase und Kinder, denken niemals an die Mühe die der arme Fuchs hat; stehlen zu müssen was ihm nicht gehört, Welpen aufzuziehen, die doch nicht die Seinen sind.
    Gewöhnliche Menschen lachen mich aus. Die Weisen jedoch wissen, unter Tränen, bescheid.
    Die „Schlauen“ unter uns fühlen sich hoffentlich von mir gekränkt; und fragen in freiwilliger Demut und Liebe: „Welcher Arzt ohne Hände kann mir, – „Nicht-Selbst,“ – die Wahrheit um Huhn, Ei, und letztlich um den „Osterhasen“ aushändigen. Denn nur Er allein ist Es, der die „Eier“ hat um sie zu verstecken.

  2. Ich glaub auch, es geht nicht darum, wer war zuerst da, sondern wem gehört das Ei. :D

  3. Nach dem die Überzeugung belegt ist, hinsichtliche der Frage: Was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Können wir nun ganz sicher sein. Das Ei ist [ein] Ei und das Huhn ist Huhn.
    Der Hahn kräht. Warmer Dunst steigt auf.
    Wohlriechend der Kuhdung.
    Das frisch gekochte Ei geköpft.
    Guten Morgen Deutschland!

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